Verfasst von mari am 7. Mai 2008 - 16:13.
Chöre halten Hof - Zürich erhört seine Höfe – Ein Hofgefühl an allen Ecken und Enden 2. zürcher HOFgesang 8. Mai – 6. Juni 2008
8. Mai
Eröffnungskonzert im Bezirksgebäude: 200 junge, jüngere und jung gebliebene Sänger/innen und 16 Alphörner lassen den Hof erklingen.
Während eines Monats lösen über 2000 Sänger/innen in den ungedeckten und unentdeckten Konzerträumen der Stadt ein ungekanntes Hofgefühl aus.
6. Juni
Schlusskonzert im Zeughaushof: Der 400-köpfige Hofgesangschor schallt über den Hof, anschliessend freie Bühne.
HOFgesang wirbt für eine artgerechte Haltung der Stadtmenschen, sie haben ein vitales Bedürfnis nach Höfen zum Entdecken, Lauschen, sich berauschen, Lachen, Streiten und Ruhen, zum Leben eben.
Innen- und Hinterhöfe nehmen mehr als ein Viertel des Stadtraums ein. Gerade in den zentrumsnahen Quartieren sind die meisten nach und nach in Parkplätze umfunktioniert worden. Damit fehlt der zunehmend multikulturell zusammengesetzten Anwohnerschaft ein Boden für direkte persönliche Kontakte im vertrauten Umfeld. An diesem Manko kann Integration scheitern. Wer sich nicht kennt, bringt weniger Verständnis für einander auf, dies führt leicht zu Konflikten, anstelle von guter Nachbarschaft. In dieser Situation möchte der HOFgesang einen Denkanstoss geben, mit einem Impuls zur Aufwertung der Höfe.
Der breiten Bevölkerung, auch der nicht konzerterprobten, wird Chorgesang buchstäblich nahe gebracht: in den eigenen Hof, wo der Austausch zwischen Publikum und Sänger/innen sich zwanglos ergibt. Den Chören bietet sich dabei die Chance, den vermissten Tenor oder die ersehnte Sopranistin zu treffen. Bezauberte Hofanwohner/innen verspüren vielleicht plötzlich Lust, Gesang nicht mehr bloss als Konserve zu nutzen, sondern die eigene Stimme gemeinsam mit andern zu erheben.
Andreas Diethelm, Projektleiter
www.hofgesang.ch