Wie produziere ich ein Web-Video?

Kurzanleitung: Produktion eines Videobeitrags

Idee/Thema

Was willst Du erzählen (zeigen)?
Überlege Dir genau, welche Geschichte Du den Zuschauenden erzählen willst. Was soll die Hauptaussage deines Videos sein. Je konkreter, desto besser. Ein gutes Thema ist also nicht „Biologischer Käse”, sondern „Mein Lieblingskäse wird von diesem Bauer mit diesen Ziegen produziert.

  • Eine bewährte Vorgehensweise ist, wenn eine persönlich beteiligte Person im Zentrum des Films steht. Sie erzählt ihre Sicht der "Story", stellt das Projekt oder Produkt vor. Hinter jedem innovativen Untenehmen, angesagten Produkt oder coolen Idee stehen Menschen und diese interessieren das Publikum.
  • Die zu vermittelnde Botschaft auf den Punkt bringen und in einer glaubwürdigen Art visualisieren.
  • Gefragt sind kurze Videos, die Inhalte sinnlicher und authentischer vermitteln als Text.

 

Storyboard (Drehbuch)

Wie sieht Deine Geschichte aus?

Stell dir den fertigen Film vor. Überlege Dir, welche Aussage Du dem Publikum vermitteln willst und welche Bilder diese unterstützen. Am besten ist, den Ablauf der einzelnen Aufnahmen zu notieren oder noch besser ein kurzes Storyboard zu zeichnen (Strichmännchen genügen). Man bekommt so sehr schnell einen Eindruck der einzelnen Aufnahmen und sieht, ob etwas fehlt.

 

Die Handlungsführung (Dramaturgie)

Behalte stets das Interesse des Publikums im Auge. Erst musst Du das Interesse wecken, dann lenken und bis zum Schluss aufrecht erhalten. Am besten gewinnst Du die Aufmerksamkeit durch einen spannenden Einstieg (z.B. starkes Bild, provokative Aussage, Rätsel). Danach sollte eine logische Handlung folgen: Zeitlich falsche oder unlogisch aneinander gereihte Szenen verwirren.

Zum Schluss kann noch eine spannende Aufnahme sein, als Teaser für Deinen nächsten Beitrag.

  • Intro: Spannendes Bild, Situation, Rätsel, Provokation
  • Orientierung: Statement und/oder Situations-Bilder (Wo, Was, Wer?)
  • Exposition: Was ist das „Haupt-Thema“, ev. warum?
  • Kern-Aussage (Höhepunkt): Das Besondere/die Lösung zeigen
  • Ausklang / Abschluss

 

Recherche

Organisiere Deinen Dreh. Wenn Du erst vor Ort bist, ist es für einige Dinge schon zu spät. Kläre vorher mit einem Verantwortlichen (Besitzer, Veranstalter, etc.) ab, was Du an dem Ort filmen darfst, was dort passiert, mit wem Du reden kannst, wann der beste Tag und die beste Uhrzeit für gute Aufnahmen ist. Für einige Orte (z.B. Einkaufszentren) braucht man spezielle Drehgenehmigungen.

 

Das Equipment

Überlege Dir, welches (Hilfs-)Material Du brauchst. Mach Dich mit Deiner Kamera und den Funktionen vertraut. In der Hektik am Drehort ist dafür keine Zeit mehr. Überprüfe, ob Du alles dabei hast (am besten mit Checkliste: Kamera, Tape, aufgeladener Akku, Stativ, etc.). Und überlege Dir vor Drehbeginn, welche Hilfsmittel Du brauchst, um Deine Idee umsetzen zu können.

 

Dreharbeiten

Die Kameraführung

Die wichtigste Regel: Halte die Kamera ruhig! Ein verwackeltes Bild lenkt vom Inhalt ab - also so viele Einstellungen wie möglich mit Stativ drehen. Speziell im Web sind schnelle Schwenks und Bewegungen im Bild problematisch, da sie in der Übertragung oft Bild-Störungen verursachen. Aufnahmen, bei denen sich die Kamera nicht bewegt, lassen sich auch besser schneiden. Deshalb lieber Bilder ohne Schwenks und Zooms drehen. Wenn doch, dann immer mit einem stehenden Bild beginnen und enden. Dreh verschiedene Einstellungsgrössen / Aufnahmen von der gleichen Handlung, dem gleichen Sujet, dann hast Du beim Schneiden mehr Möglichkeiten. Nimm jede Einstellung mindestens fünf Sekunden lang auf.

Achte auf den Hintergrundton! Der Originalton im Hintergrund ist wichtig, er macht Deinen Film authentisch. Achte aber darauf, dass Du keine Störgeräusche aufnimmst. Zum Beispiel ein für den Zuschauer unsichtbares Flugzeug, das im Hintergrund dröhnt. Vorsicht auch bei Musik im Hintergrund, da hört man später jeden Schnitt. Am besten die Musik ausschalten (lassen). Für Sprecher gilt: laut, deutlich, langsam und unbedingt ins Mikrofon sprechen.

 

Schneiden

Verschaff Dir einen Überblick über Dein gedrehtes Material. Bevor Du anfängst zu schneiden, schreib Dir heraus, bei welcher Zeit Du welche Inhalte findest und was Deine Interviewpartner gesagt haben. Danach solltest Du überlegen, welche Szenen Du für Deinen Beitrag verwenden möchtest. Mit einem genauen Plan geht das Schneiden schneller. Eine gute Möglichkeit, den Ablauf des Films zu testen: Schreibe jede Szene auf einen einzelnen Zettel (Post-it), dann kannst Du mit der Reihenfolge spielen.

Schneide einfach und Dein Film wird verständlich. Wenn Du ein paar simple Schnittregeln beachtest, wirkt Dein Film professioneller, viele Effekte bewirken eher das Gegenteil. Der Wechsel von Bildausschnitten bringt dem Film den nötigen Fluss.

Ergänze die Bilder durch einen passenden Text. Formuliere in kurzen Sätzen mit präzisen Worten. Sprich deutlich artikuliert und nicht zu schnell. Der Text sollte zum Bild passen. Aber: Nicht nacherzählen, was man im Bild schon sieht. Vermeide Text-Bild-Scheren: Wenn im Bild die Sonne scheint, ist es nicht sinnvoll im Kommentar-Text über das schlechte Klima zu sprechen.

 

 

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